Prolog Janáček Theater  19:00 - 20:55
Proton Theatre

Dementia

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Autor: Kornél Mundruczó, Kata Wéber
Regie: Kornél Mundruczó
Regieassistenz: Zsófia Csató
Dramaturgie: Viktória Petrányi, Gábor Thury
Bühnenbild und Kostüme: Márton Ágh
Beleuchtung: András Éltető
Musik: János Szemenyei
Produktion: Dóra Büki

Länge der Vorstellung: 1 Stunde 55 Minuten

Besetzung: 
Bartonek - Ervin Nagy
Dr. Szatmáry - Roland Rába
Dóra, nurse - Orsi Tóth
Mercédesz Sápi - Lili Monori
Henrik Holényi - Balázs Temesvári
Lady Oci - Diána Magdolna Kiss
Lukács - Gergely Bánki
Dentist - László Katona 

Eine weltbekannte psychiatrische Klinik in Ungarn musste vor einigen Monaten ihren Betrieb einstellen. Das Gebäude ist seither dem Verfall preisgegeben – im Garten wuchert das Unkraut, und eine kleine Gruppe von Patienten im Wachkoma wurde allein im vierten Stock zurückgelassen. Die Patienten im Zustand fortgeschrittener Demenz leben im Reich des Vergessens. Als Zuschauer sieht man sich konfrontiert mit den Fragen "Wie kann die Gesellschaft von einem geistig beeinträchtigten Patienten profitieren, den sie länger leben lässt? Worin liegt der Sinn, Leidenden zu helfen, wenn ihr Tod ohnehin nicht mehr weit ist?". Abgesehen davon bringt gerade das Leiden die Menschheit voran. Wenn wir uns mit Hilfe der modernen Medizin selbst das Schmerzempfinden nehmen, werden wir für immer zu Feinden der Religion und auch der Philosophie, obgleich die Menschheit in ihnen schon vor langer Zeit ein Obdach gefunden hat. Können wir es wagen, den Tod als einzige Hoffnung der Menschheit und einziges wirkliches Menschenrecht anzufechten?

Diese Produktion des Proton Theatre, in welcher der Realismus einer Dokumentation und die abstrakte Welt des Unterbewussten einander durchdringen, schafft in gelungener Weise eine ähnliche Realität wie eine in ein postmodernes Melodrama verpackte Operette, die unserem Lebensalltag geradezu beängstigend ähnlich ist. Schließlich ist jede Gesellschaft dadurch charakterisiert, wie sie mit ihren Alten und Behinderten umgeht.

Die Inszenierung ist in Koproduktion mit House on Fire und NXTSP unter Förderung durch das Kulturprogramm der Europäischen Union entstanden.